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Smartphone-Based Tele-Ophthalmology

Steckbrief

Projekttitel:Smartphone-Based Tele-Ophthalmology
Projektleiter:Dr. med. Maximilian Wintergerst
Projektverantwortlicher:Dr. med. Maximilian Wintergerst
maximilian.wintergerst@ukbonn.de
www.uni-bonn.de/neues/245-2017
Organisation/Initiative/Unternehmen:Smartphone-Based Tele-Ophthalmology
Universitäts-Augenklinik Bonn
Ernst-Abbe-Straße 2
53127 Bonn

Indien: Menschen in ärmeren Gebieten vor Erblindung bewahren

Acht Millionen Inder sind vollständig blind, 55 Millionen Inder sehbehindert – eine unvorstellbare Zahl. Hauptgrund im arbeitsfähigen Alter ist die diabetische Retinopathie, ein schleichender Prozess durch einen unbehandelten Diabetes, der aufgrund mangelhafter ärztlicher Versorgung gerade in den unterversorgten Gebieten und ländlichen Gebieten Indiens weit verbreitet ist. Dort fehlen auch Augenärzte, die eine erweiterte Netzhautuntersuchung vornehmen könnten. Denn würde eine Retinopathie frühzeitig erkannt, ließe sich die Erblindung durch einen kleinen Eingriff verhindern.

Innerhalb weniger Minuten eine Diagnose

Die Universitäts-Augenklinik Bonn hat ein Screening-Verfahren entwickelt, das mit einfachen Mitteln von Optometristen (augenärztlichem Hilfspersonal) in mobilen Screening-Camps durchgeführt werden kann: Über einen optischen Adapter für das Smartphone wird bei Betroffenen eine Ophthalmoskopie vorgenommen. Die dabei gemachten Fotos werden über das Internet an das Telemedizin-Zentrum des Sankara Eye Hospital in Bangalore gesendet. Dort stellen Augenärzte anhand der Aufnahmen innerhalb weniger Minuten eine Diagnose und leiten gegebenenfalls eine Behandlung in die Wege. Großer Vorteil: Bei der Smartphone-basierten Ophthalmoskopie müssen die Augenärzte selbst nicht vor Ort sein – und die Smartphone-Adapter sind wesentlich kostengünstiger als konventionelle Geräte.

Das Team um Augenarzt Dr. Maximilian Wintergerst schult an der Universitätsklinik Bonn indische Kollegen in der Tele-Ophthalmoskopie, vor Ort in Südindien weisen sie das Hilfspersonal in die Durchführung der Untersuchung ein. Nach einer Projektlaufzeit von zwei Jahren hofft das Team, das Screening auf weitere Kliniken ausweiten zu können – der Projektpartner, die Sankara Eye Foundation, betreibt zehn spezialisierte Augenkliniken in ganz Indien. Aufgrund seiner geringen Kosten und der einfachen Durchführung mit nicht-ärztlichem Personal hat das Smartphone-basierte Screening das Potenzial, tausende von Diabetes-Patienten in Indien vor der Erblindung zu bewahren.