diafyt

Mithilfe Künstlicher Intelligenz zum besseren Diabetesmanagement

Die Funktion der menschlichen Bauchspeicheldrüse mathematisch nachbilden, um Menschen mit Diabetes zu unterstützen – das ist das Ziel der App diafyt. Im Interview erklärt Entwickler Thomas Wuttke, was sich seit der Preisverleihung getan hat und welche Anforderungen heute an Start-ups gestellt werden.

Thomas, vor einem halben Jahr warst Du als Finalist des bytes4diabetes-Awards auf der DiaTec in Berlin vertreten und konntest die App diafyt einem größeren Publikum vorstellen. Wie war die Preisverleihung?

Um es kurz zu sagen – sehr gut. Ich fand die Veranstaltung erfrischend neu in der Art und Weise, wie sie gestaltet und durchgeführt wurde. Für uns als Start-up war vor allem toll, dass wir ausgesprochen viel Sichtbarkeit hatten und unsere Produkte dem Fachpublikum nicht nur zeigen, sondern auch erklären und darüber diskutieren konnten. So konnten wir mehr erreichen als mit einem einfachen Ausstellungsstand, das hat mir sehr gut gefallen.


Das freut uns natürlich und zeigt, dass der Preis bei Gründern gut ankommt. Welchen Effekt hatte denn die Preisverleihung auf diafyt? Gab es im Nachgang vermehrt Anfragen?

Das kann man so ganz gut zusammenfassen: Ich habe im Anschluss an die Veranstaltung einen kleinen Post auf LinkedIn veröffentlicht. Das war in diesem Jahr der Beitrag mit den bisher meisten Reaktionen und Kommentaren.


Welche Chancen bietet der bytes4diabetes-Award, jungen Unternehmern oder Start-up-Gründern?

Ich war schon auf einer ganzen Reihe von Veranstaltungen und Preisverleihungen, die alle ziemlich ähnlich waren. Es besteht selten die Möglichkeit, sein Start-up und das Produkt so intensiv zu präsentieren wie beim bytes4diabetes-Award. In der Regel bekommt das Start-up irgendwo in einer Ecke einen Stand, an dem kein Mensch vorbeiläuft. Präsentiert werden darf meistens auch nichts. Insofern war das wirklich erstaunlich, welche Aufmerksamkeit uns zuteilwurde und wie viel Gelegenheit wir hatten, unsere Ideen vorzustellen.


Was hat sich denn bei diafyt in der Zwischenzeit getan?

Vor kurzem haben wir für diafyt die CE-Zertifizierung erhalten und haben jetzt die erste zertifizierte digitale Diabetes-App, die eine KI-gestützte Insulindosisberechnung erlaubt. Das ist für uns von großer Bedeutung, weil es nur wenige zertifizierte Produkte im Medizintechnikbereich gibt, die Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen beinhalten. Wir erfüllen somit auch die Voraussetzung, eine sogenannte DiGA nach dem neuen Gesetz zu werden.

Zusätzlich haben wir ein neues Release von diafyt speziell für den deutschsprachigen Markt durchgeführt und haben hierfür auch das Feedback, das wir von Diabetologen und Anwendern bekommen haben, eingebaut sowie den Algorithmus noch einmal verbessert. Wir sind also super vorbereitet für den Market Launch und wollen bis Ende des Jahres 1.000 Kunden für diafyt gewinnen.


Abschließende Frage: Was würdest Du Gründern oder Entwicklern heute raten? Wie sollte man vorgehen, um sich Support für die eigene Idee zu sichern?

Man sollte sich nicht an Produkten orientieren, die State of the Art sind, und sich stattdessen auf die eigenen Stärken konzentrieren! Sonst erhält man am Ende nur ein durchschnittliches Ergebnis, mit dem man nicht erfolgreich sein kann.

Gründer müssen sich heutzutage überambitionierte Ziele setzen und auch ungewöhnliche Wege gehen, um echte disruptive Innovationen zu schaffen. Deshalb an alle Start-ups die Empfehlung: Seid anders und lasst Euch nicht beeinflussen!


Weitere Interviews

Graphs to Fight Diabetes

Card image capZum Interview